Nachdem ich das Futter für Schleien angemischt habe und es punktgenau auf meinen Spot platziert habe, setzt sich ganz langsam die Pose in Bewegung, dippt einmal und zieht dann in Richtung Busch. Mein Anhieb trifft auf Widerstand. Die feine Rute mit einer Testkurve von nur 1 lb. biegt sich im Halbkreis.
Immer wieder versucht der Fisch das Wurzelwerk des übers Wasser wachsenden Busches zu erreichen. Nach einigen Minuten lässt er sich ins Freiwasser dirigieren. Durch die schnellen, zickzackartigen Schwimmstöße des Fisches erahne ich, dass eine Schleie am Haken hängt. Und tatsächlich taucht wenig später eine grün-goldig gefärbte Schönheit an der Oberfläche auf. Kurz darauf dirigiere ich sie in meinen Kescher und freue mich riesig über den tollen Auftakt. Weitere Schleien folgen.
Futter für Schleien: Diese Zutaten dürfen nicht fehlen!
Ein Schleienfutter sollte möglichst viele unterschiedliche Komponenten enthalten, weiß André Pawlitzki. So ist man immer sicher, dass ein oder zwei Dinge die Mäuler der Schleien öffnen.
Hanf:
Hanf gehört zu den wahren Schleienmagneten. Die kleinen schwarzen Körner bekommt man schon fertig im Fachhandel zu kaufen. Das Wasser, in dem die Körner gekocht wurden, enthält viel Hanföl, das sich bestens eignet, um das Futter damit zu befeuchten. Wer alllerdings nur mit Hanf füttert, sorgt dafür, dass die Fische sich ausschließlich auf die kleinen Körner spezialisieren und auf andere Köder nicht mehr reagieren. Über schlammigen Böden sieht man dann kleine Fressblasen der Schleien aufsteigen, bekommt aber einen Fisch an den Haken.
Caster:
Sehr gut lässt sich Hanf mit frischen Castern koppeln. Die Madenpuppen sind wahre Kalorienbomben und werden von den Schleien gern gefressen. Ich verwende immer einen halben Liter Caster auf eine Dose Hanf. Die Caster besorge ich mir fertig im Fachhandel. Am kleinen 16er Haken ködere ich dann meist zwei Caster an. Damit ich die Schleien nicht vom Grund ins Mittelwasser locke, gebe ich die gesamte Castermenge in eine Köderbox mit Wasser. Die schwimmenden Caster treiben nun auf und werden entsorgt, die sinkenden im Futter oder als Hakenköder eingesetzt.
Pellets:
Kleine Pellets können ebenfalls Schleien an den Haken bringen. Vor allem in Gewässern, in denen Karpfenangler häufiger mit Boilies angeln und füttern, sind kleine Pellets von 4 oder 6 Millimeter Durchmesser im Futter bestens geeignet, um die Schleien anzulocken. Dazu gibt man sie ebenfalls in eine Köderdose und bedeckt sie mit Wasser. Nach vier bzw. sechs Minuten gieße ich das Wasser ab und lasse die Pellets noch ca. 15 Minuten nachziehen. Danach lassen sie sich gut mit einem Method-Korb ausbringen. Am Haken befestige ich dann einzelne Pellets an einem Baitband.
Maden:
Es gibt kaum einen Fisch, der ein paar Maden abgeneigt ist. Schleien bilden da keine Ausnahme. Vor allem in den frühen Monaten des Jahres gehören Maden zu den besten Schleienködern. Viele Angler kombinieren die weißen Leckerbissen noch mit einem kleinen Rotwurm. Bei den Maden ist zu beachten, dass sie am besten fangen, je frischer sie sind.
Hältert man die Krabbler längere Zeit im Kühlschrank, entwickeln sie einen starken Ammoniakgeruch. Um diesen zu entfernen, muss man die Maden baden. Ich schütte sie dann immer in ein Gefäß mit Wasser und lege sie dann auf ein Handtuch. Nachdem ich dieses ausgewrungen habe, schütte ich ein wenig Pulverfutter auf die Maden. Nun sind sie einsatzbereit als Hakenköder oder im Futter.
Zerschnittene Würmer:
Würmer sind nicht nur ein toller Köder für Schleien, sondern eignen sich auch bestens, um damit anzufüttern. Dazu kaufe ich Würmer im Fachhandel in größeren Gebinden wie 200 Gramm, 500 Gramm oder sogar 1000 Gramm. Ich gebe die Würmer auf ein Sieb und befreie sie durch Spülen von der Erde. Danach gebe ich sie in einen Pole-Cup aus der Stippangelei und zerschneide sie mit einer Dreifachschere. Ein wenig Grundfutter (Worm) von Sonubait dient als Träger, um den Wurmschnitt punktgenau füttern zu können.
Mais:
Dosenmais gehört zu den besten Schleienködern überhaupt. Die gelben Körner fangen vor allem in Kombination mit anderen Naturködern wie Würmern und Maden. Auch sie kommen ins Futter. Allerdings sättigen Maiskörner die Fische auch schnell. Deshalb sollte man nicht zu viele Körner auf dem Futterplatz haben. Am besten schießt man jede Stunde zwischen fünf und zehn Körner mit der Futterschleuder.
Kleine Würmer sind optimales Schleienfutter
Viele Angler greifen beim Schleienangeln gerne zu einem ganzen Tauwurm. Das ist ein ganz schöner Brocken für eine Schleie, zumal die Fische eher auf kleinere Nahrung stehen. An Tagen, an denen die Schleien fressen, als ob es kein Morgen gäbe, fängt auch der Tauwurm. An heiklen Tagen stehen die Chancen aber entsprechend besser, wenn man nur einen viertel oder halben Tauwurm anbietet.
Noch optimaler allerdings fangen kleine Rot- oder Mistwürmer. Ein oder zwei Mikrowürmer auf einem 10er- oder 12er-Haken, mit einer oder zwei Maden als Stopper, sind für mich der perfekte Schleienköder. Je mehr kleine Wurmenden sich ringeln, desto interessierter scheint die Schleie zu sein. Dass sie eher auf kleinere Nahrung steht, sollte man auch beim Futter für Schleien berücksichtigen.
Maden einfrieren
Als Nahrungsopportunist ist die Schleie kleinen Ködern sehr zugetan. Maden gehören daher auf jeden Fall ins Futter. Damit sich die regen Krabbler jedoch nicht im weichen Schlamm eingraben, gebe ich tote Maden ins Schleienfutter. Die Maden töte ich, indem ich sie ein paar Stunden in einem Plastikbeutel in die Gefriertruhe gebe. Auch ein paar Mini-Pellets (bis maximal 4 Millimeter) kommen ins Futter, ebenso eine Handvoll Rotwürmer. Um den Geruch der Würmer noch zu steigern, zerschneide ich diese mit einer Dreifach-Schere. So erzeuge ich ein Wurm-Mus, dessen Geruch Schleien magisch anlockt.
Hauptattraktor meines Schleienfutters ist allerdings Hanf. Mit den gequollenen und aufgekochten Hanfkörnern kann ich sehr selektiv auf Schleien (aber auch auf Karpfen) angeln. Sie versetzen die Fische in einen wahren Fressrausch. Um Karpfenbisse zu vermeiden, verzichte ich auf Mais im Futtermix, denn die goldenen Körner haben auf Karpfen eine starke Signalwirkung und werden von ihnen mit Vorliebe gefressen. Und wenn die Karpfen erst einmal den Futterplatz erobert haben, kann ich nicht mehr selektiv auf Schleien angeln.
Futter für Schleien mit starkem Binder
Um die vielen kleinen Zutaten zu Bällen formen zu können, brauche ich ein stark bindendes Grundfutter. Bevorzugt verwende ich dazu das Club Futter Carp/Tench aus der MS-Range von Sänger. Es hat eine starke Bindung und nimmt daher viele Partikel auf und eignet sich wunderbar als Futter für Schleien.
Beim Schleienangeln achte ich darauf, wirklich nur gerade so viel Grundfutter zu nehmen, damit sich mit den übrigen Zutaten Bälle formen lassen, die nicht schon beim Wurf auseinanderbrechen. Aufgrund des Grundfutters kann es sein, dass sich als erstes ein paar Brassen einstellen. Da diese jedoch nicht so sehr auf Hanf stehen, ist der Fang von Brassen vorbei, sobald das Grundfutter vertilgt ist. Und der Hanf bleibt für die Schleien.
Anfüttern: Das Futter für Schleien genau servieren
Das Futter werfe ich möglichst punktgenau an die Angelstelle. Zu den Schleienstellen, die sich bewährt haben, gehören kleine Lücken zwischen Seerosen, ins Wasser gefallene Bäume und Büsche, die den Schleien Deckung spenden. Auch entlang von Schilfgürteln ziehen immer wieder kleine Schleientrupps entlang. Meist füttere ich zu Beginn des Ansitzes einige Futterbälle und werfe erst einen weiteren nach, sobald ich ein oder zwei Fische gefangen habe. Größere Futterplätze anzulegen, hat sich in meinen Schleiengewässern nicht bewährt. Zu oft hatte ich dann zu viele unerwünschte Beifänge vor allem in Form von Brassen.
Beim Schleienangeln müssen Pose, Schnur und Köder genau zusammenpassen, damit es nicht nur bei Zufallsfängen bleibt. Die Pose wird so ausgebleit, dass gerade einmal ein Zentimeter der Antenne aus dem Wasser ragt. Und ich nehme die leichteste Pose, mit der ich unter den gegebenen Bedingungen auskommen kann. Meist komme ich mit schlanken Posen unter zwei Gramm Tragkraft zurecht. Je feiner ich fischen kann, desto geringer ist der Widerstand, den die grünen Schönheiten bei der Köderaufnahme spüren.
Futterfarben beim Schleienangeln
Farben beim Schleienangeln sind sehr wichtig. Das Futter sollte immer möglichst gut zum Gewässergrund passen. Zu große Kontraste wirken eher abschreckend. Da Schleien oft in schlammigen Gewässern zuhause sind, ist der Grund dort meist eher dunkel.
Zum Abdunkeln der Futtermischung eignet sich Trinkschokoladenpulver sehr gut, weil es nicht so herb ist wie richtiges Kakaopulver. Außerdem verleiht es dem Futter eine angenehme Grundsüße, die man mit etwas Zucker noch verstärken kann. Den schokoladigen Geschmack unterstreiche ich mit reichlich Bittermandelaroma aus dem Backbedarf. Bei 3 Kilo Futter können zwei Fläschchen davon ins Anmischwasser hinein gegeben werden. So verteilt es sich dann besser. Der eigentliche Hauptbestandteil dieses Schleienfutters sind aber Paniermehl und Maisgries. Außerdem sollte auch etwas vom hakenköder mit ins Futter zum Schleienangeln gegeben werden.
Futter für Schleien – Marco Marianis FuttermixZutaten für 3 Kilo Futter:
Anleitung in 5 Schritten:
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