Auch wenn ein komplettes Bleiverbot noch länger auf sich warten lässt, fordert die EU vom Einzelhandel eine deutliche Kennzeichnung von Produkten, die Blei enthalten. Diese betrifft Angelbleie und Köder die 1 oder mehr Prozent Blei enthalten. Produkte mit weniger Blei sind ausgenommen.
Fachhändler müssen Warnungen vor Blei an der Kasse oder online sowie auf den Verpackungen anbringen. Diese müssen in der Landessprache sein, wo das Produkt verkauft wird oder hin verschickt wird.
- Die Kennzeichnung muss die Warnung „Enthält Blei – äußerst giftig für die Umwelt, die Fruchtbarkeit und für ungeborene Kinder“ enthalten.
- EU Beschränkung von Blei – mit dem Ablaufdatum der verschiedenen Produkte.
Weitere Informationen findet man auf der ECHA ( Chemical Agency) Webseite.
So sieht die Regelung mit Blei aus:
Die Kennzeichnungspflicht besteht 6 Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes. Die Verbote selbst treten nach und nach, je nach Produkt, zwischen 3 und 5 Jahren später in Kraft.
Die European Fishing Tackle Trade Association (EFTTA) unterstützt die meisten der Einschränkungen und befürwortet das Verbot von Bleien, Ködern und Drahtvorfächern von Produkten, die mehr als 1 Prozent Blei enthalten.
Die EFTTA ist auch damit einverstanden, Bleie, die im Gewässer verbleiben sogenannte Abrissmontagen, nach sechs Monaten, komplett zu verbieten.
Erkämpfte Ausnahmen
Auch hat die EFTTA einige Ausnahmen bewirkt. So dürfen Köder aus einer Kupferlegierung bis 3 Prozent Blei enthalten. Auch kleinste Schrote von 0,6 g und weniger können in kindersicheren Spenderdosen weiterhin verkauft werden.
In der jetzigen Verhandlungsphase will man Bleie unter 50 g in 3 Jahren komplett verbieten, Bleie über 50 g in 5 Jahren. Die Einhaltung des Verbots soll stichprobenartig überprüft werden. Um eingeführte Bleiköder zu orten, könnten stationäre XRF-Scanner wie in Dänemark an Grenzen, Häfen und Flughäfen aufgestellt werden.
EFTTA arbeitet mit ECHA und Politikern zusammen
Die EFTTA ist seit 2019 in die Blei-Gesetzgebung involviert, zusammen mit der ECHA und den EU Politikern. „Wir werden uns weiter für praktische Regeln stark machen, die sowohl den Naturschutz als auch die Interessen der Angler im Auge haben. Deshalb befürworten wir auch die Ausnahmen sowie ein komplikationsfreies Auslaufen von bleihaltigen Gewichten“.