Fischotter in Bayern: Bedrohung für Fischbestände

In der gestrigen Ausgabe der Abendschau – Der Süden wurde über die wachsende Gefahr berichtet, die der Fischotter für bedrohte Fischarten wie Nase, Äsche und Huchen darstellt. Fischereivertreter warnen vor massiven Verlusten und fordern gezielte Maßnahmen.

Fischotter

Bild: AdobeStock_6991243_Friedrich Hartl

Ein Fischotter beim Fressen seiner Beute – für viele Fischarten ist der geschickte Jäger zur Gefahr geworden.

In Bayern stehen inzwischen über die Hälfte der heimischen Fischarten auf der Roten Liste. Besonders betroffen sind Fische wie zum Beispiel die Nase, Äsche und der Huchen, die in Gewässern wie der Iller nur noch in kleinen Restbeständen vorkommen.

Um diese bedrohten Arten zu retten, werden sie im schwäbischen Fischereihof in Salgen nachgezüchtet und ausgesetzt. Besonders wertvoll sind dabei die Laichfische, die jährlich für Nachwuchs sorgen. „Dieser Laichfischbestand und dessen Nachkommen sind essentiell für den Erhalt der gefährdeten Arten in den freien Gewässern“, erklärt Isabell Schwegel vom Fischereihof.

Ein Zaun als Schutz

Um diese Bestände vor dem Fischotter zu schützen, wurde ein neuer Zaun aus Stahlgitter und Stromdrähten errichtet – zwei Meter hoch und 600 Meter lang. Doch diese Maßnahme ist auf offene Flüsse nicht übertragbar. Erst vor wenigen Wochen fotografierte ein Angler einen Fischotter an einem nahegelegenen Bach, was die Fischer zunehmend alarmiert.

Fischereiexperten schlagen Alarm

Der schwäbische Fischereifachberater Oliver Born warnte in der gestrigen Abendschau, dass der Fischotter bald auch die Iller erreichen könnte. Besonders problematisch sei die Laichzeit, wenn sich viele Fische an wenigen Stellen sammeln. „Wenn der Fischotter hier zuschlägt, drohen wir innerhalb kürzester Zeit, diesen wertvollen Bestand zu verlieren“, so Born.

Der Bayerische Landesfischereiverband fordert daher gezielte Eingriffe in den Fischotterbestand. In besonders sensiblen Gewässerabschnitten müsse der Fischotter daher punktuell entnommen, also abgeschossen werden dürfen.

In Fischzuchten ist dies seit einer rechtlichen Anpassung im Jahr 2024 bereits erlaubt – nun fordern Fischer diese Regelung auch für sensible Flussabschnitte.

Fischer warnen vor dem Verlust bedrohter Arten

Fischerei-Experten befürchten, dass die bisherigen Schutzmaßnahmen nicht ausreichen. Die Bemühungen zur Renaturierung und zum Schutz bedrohter Fischarten könnten durch den zunehmenden Fischotter-Bestand gefährdet werden.

„Wir haben hart daran gearbeitet, bedrohte Fischarten wie die Nase zu erhalten. Wenn jetzt der Fischotter zusätzlich zu Prädatoren wie dem Kormoran in diese Gewässerabschnitte vordringt, könnte das unsere bisherigen Erfolge zunichtemachen“, betonte Oliver Born in der Sendung.

Angler fordern deshalb dringend Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Fischarten – und sehen die punktuelle Entnahme des Fischotters als letzten Ausweg, um den Bestand dieser Arten langfristig zu sichern.

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