Es wirkt beim Spinner-Rig zunächst vielleicht etwas seltsam, den Haken direkt in einen Wirbel einzuhängen. Doch die Vorteile dieser Montage liegen auf der Hand: Der Köder (in der Regel Pop-Ups oder Wafter) steht so ganz knapp über Grund. Nächster Vorteil: Der Haken ist durch den Wirbel sehr beweglich und frei drehbar. Egal, von wo der Fisch den Köder aufnimmt, der Greifer dreht sich fast immer perfekt in die Unterlippe des Fisches.
Ebenfalls besonders: Beim Spinner-Rig kommt als Sicherung für den Haken am Wirbel (Spinner- bzw- Ronnie-Swivel) Schrumpfschlauch oder ein Line-Aligner zum Einsatz. Das ergibt einen weiteren Vorteil: Hakenwechsel sind kein Problem – ohne das Vorfach zu zerschneiden. Nebenbei ergibt sich so ein besonders aggressiver Hakenwinkel.

Bild: Max Hendry
Dieser tolle Karpfen wurde mit dem Ronnie-Rig sicher gehakt. Der frei drehbare Haken findet meist den perfekten Halt.
Bombenfester Halt!
Anfangs schenkte ich dem Rig kaum Beachtung, da ich im Rahmen meines Berufes jede Woche mit einem „neuen“ Rig zu tun hatte. Darüber hinaus ist es meistens nicht vorteilhaft für die Fischerei und das Selbstvertrauen, immer wieder etwas anderes auszuprobieren. Doch als ich den berühmten Karpfenangler Alan Blair sah, der mit diesem Rig während eines öffentlichen Events sechs Karpfen fing, wurde ich aufmerksam. Jeder Fisch war perfekt gehakt, tief im Maul, mitten in der Unterlippe. Der Haken hatte sich während des Drills nicht einen Zentimeter bewegt. Ich hatte seit der Einführung des Chod- und des Hinged-Stiff-Rigs noch keinen so perfekten Hakenhalt gesehen.
Spinner-Rig: Knapp über Grund für vorsichtige Fische
Das Spinner Rig eignet sich sowohl für Pop-Ups, als auch für Wafter – letztere liegen sogar noch näher am Grund, doch auch Pop-Ups werden mit dem Vorfach sehr grundnah präsentiert. Ein Chod-Rig kurz genug zu binden, um diese Präsentation zu erreichen ist sehr schwer bis unmöglich. Doch mit dem Spinner-Rig ist es einfach. Aber warum überhaupt Köder bodennah präsentieren? Der Grund ist logisch: angefütterte Boilies liegen am Grund, dagegen wirkt ein weit aufsteigender Pop-Up sehr verdächtig und auffällig. Gerade erfahrene Fische schöpfen hier schnell Verdacht. Ein Pop-Up eine Etage tiefer angeboten sorgt dagegen für weniger Scheu, da sich der Köder dann schwerer von sinkenden Boilies unterscheiden lässt und viel natürlicher wirkt.
Bild: Adobe Stock / stockyes
Beim Chod-Rig wird der Pop-Up ein gutes Stück über Grund präsentiert, das Spinner-Rig mit seiner bodennahen Präsentation ist viel unauffälliger.
Alle Vorteile auf einen Blick:
- Der Pop-Up wird dicht am Boden präsentiert
- Besonders aggressiver Hakenwinkel
- Der Haken dreht sich sehr gut
- Optimaler Halt im Karpfenmaul
- Geeignet für Gewässer mit starkem Angeldruck
- Fischfreundlich
- Vielseitig einsetzbar
- Der Haken kann schnell und einfach gewechselt werden
Bild: J. Müller
Einfach und effektiv: Das Spinner-Rig, mit Inline-Blei gefischt. Auch gut zu erkennen ist der aggressive Hakenwinkel. Die steife „Boom-Sektion“ zwischen Spinner-Swivel und Blei besteht hier aus steifem Monofil, das mit Klemmhülsen verarbeitet wurde. Der Pop-Up ist hier mit einem Micro-Rig Ring und Floss befestigt.
So wird das Spinner-Rig gebunden
Das wird benötigt:
20–30 lbs tragendes ummanteltes Geflecht oder steifes Monofil/Fluorocarbon
Haken in der Größe 4 bis 6 (Curved Shank, Wide Gape oder Crank)
Hook Beads (Gummistopper)
Schnellwechselwirbel mit Ring
Plastic Bait Screws (Boilie-Schraube), wahlweise Micro-Ring-Swivel + Bait Floss
Hooklink Sleeves (Gummischlauch)
Tungsten Putty (Knetblei)
15–20 Millimeter Pop-Ups
Bild: Max Hendry
Hier zunächst einmal das verwendete Material in der Übersicht.
Und so gehen Sie vor:
Bild: Max Hendry
Im ersten Schritt hängen Sie den Haken im Spinner-Swivel ein.
Bild: Max Hendry
Entfernen Sie einige Millimeter von der breiten Seite des Hooklink Sleeves.
Bild: Max Hendry
Schieben Sie das Sleeve mit der breiten Seite voran auf den Haken.
Bild: Max Hendry
Das Sleeve wird über das Hakenöhr und den ersten Teil des Wirbels geschoben. Dies sorgt für zusätzliche Sicherheit, dass sich das „Häkchen“ nicht im Netz verfängt.
Bild: Max Hendry
Als nächstes montieren Sie eine Plastic-Bait-Screw (Plastikschraube für den Köder) und anschließend ein Hook-Bead (Stopperperle), welches die Bait-Screw (Boilie-Schraube) sichert. Statt der Plastikschraube können Sie auch einen Micro-Ring-Swivel verwenden und den Köder mit Bait Floss sichern.
Bild: Max Hendry
Schrauben Sie die Bait Screw in den Pop-Up. Ein 12 Millimeter großer Pop- Up ist perfekt für einen Haken der Größe 8, während für einen 15 Millimeter Pop-Up ein Haken in der Größe 6 ideal ist. Große Pop-Ups in 20 mm passen besser zu Haken der Größe 4.
Bild: Max Hendry
Das 12 bis 20 Zentimeter lange ummantelte Geflecht (Combilink) wird an den Ring geknotet. Durch die Steifigkeit des Combilinks werden der Hakenköder und der Haken vom Blei weggedrückt. Für diese Verbindung eignet sich auch steifes Monomaterial.
Bild: Max Hendry
Ans Ende der Montage kommt eine Schlaufe, so können Sie das Vorfach schnell wechseln.
Bild: Max Hendry
Zum Schluss wird etwas Putty (Knetblei) um den Knoten am Wirbel geknetet oder man nimmt alternativ ein passendes Bleischrot. Das Rig soll langsam in Richtung Boden sinken.
Bild: Max Hendry
Das fertige Rig „steht“ unauffällig am Boden und präsentiert den Köder perfekt.
Hier gibt es die Bindeanleitung noch einmal als Video: