Steckbrief Huchen: Das ist der König der Flüsse

Wo die Huchen im Sommer sind, das weiß keiner so genau. Wie vom Flußboden verschluckt sind sie und kaum zu fangen. Wo die Huchen im Winter sind, das verraten sie oft selbst

Huchen unterwasser, in der Drina fotografiert

Bild: Liquid Art

Im Winter ist der Huchen aktiv. Dann frisst er und lässt sich mit etwas Ausdauer fangen.

Der Huchen (Hucho hucho) wird auch Donaulachs, Donausalm oder Rotfisch genannt. Sich mit einem der majestätischen Raubfische zu messen ist der Traum vieler Angler.

Der Huchen: Merkmale und Vorkommen der Fischart

Er erreicht in Ausnahmefällen eine Maximallänge von 150 cm bei über 30 kg, hat einen langgestreckten, spindelförmigen Körper und ein großes Maul, das bis hinter seine Augen reicht. Der Huchen hat einen bräunlich-grünlichen Rücken, seine dunkelgepunkteten Seiten sind rötlich bis kupferfarben. Als Salmonide weißt er eine relativ große Fettflosse auf.

Die Bezeichnung Donaulachs kommt nicht von ungefähr, der Verbreitungsraum des Huchens sind die Donau und deren Nebenflüsse. Er besiedelt bevorzugt die Äschen- und Barbenregion der Flüsse und hält sich im Gegensatz zu vielen anderen Lachsfischen auch dauerhaft im Süßwasser auf.

Wo und wann angeln auf den König der Flüsse?

Was seine Standplätze angeht, ist der Huchen ein treuer Fisch. Wo er einmal raubt, dort raubt er wieder. An seinen Standplätzen braucht der Einzelgänger zweierlei: zum einen Futterfische, vor allem Äschen und Forellen; zum anderen ein Versteck, in das er sich nach seinen Raubzügen zurückziehen kann. Nahrung findet der Huchen an Wehren, Bacheinläufen und an den Ausläufen tiefer Gumpen. Deckung bieten zum Beispiel ausgespülte Ufer, große Felsbrocken, versunkenes Holz und Brückenpfeiler. Der ­Huchen bevorzugt Plätze mit hartem Grund, entweder Fels oder grobem Kies.

Die hohe Zeit des Huchenangelns, das ist die kälteste Zeit des Jahres, der Winter. Je kälter es wird, desto mehr treibt der Hunger den Huchen um. Am liebsten raubt er in der Dämmerung. Klares, niedriges Wasser verspricht gute Aussichten. Schneetreiben, Nebel und vor allem große Kälte machen den Huchen gierig.

Angler präsentiert Huchen

Bild: R. Ovesen

Jure Ramovz empfiehlt die dunkleren Stunden für den Huchenfang, denn dann gehen die Räuber auf Beutezug. Wenn das Wasser nicht zu klar ist, kann man sie aber auch tagsüber fangen.

Gerät, Köder und Methode fürs Huchenangeln

Die Spinnfischer sehen es mit lachendem, die Fliegenfischer mit weinendem Auge: Der größte Salmonide lässt sich kaum mit Fliege oder Streamer fangen und wenn, dann meist in bescheidenen Größen. Für ihn muss es schon was Handfestes sein, am besten ein großer Spinnköder.

Spinnfischen auf Huchen: Welcher Köder ist der beste?

Noch immer beliebt ist der Huchenzopf. Früher bestand er aus gebündelten Neunaugen, heute wird er aus Leder und Gummi gebunden. Eine 20 bis 30 Gramm schwere Bleikappe klammert die Fransen zusammen. Man führt den Zopf ähnlich wie einen Twister, langsam und dicht am Grund. Beim Heben und Senken öffnen und schließen sich die Fransen.

Tief und langsam führen: Dieses Erfolgsrezept gilt auch bei den anderen Spinnködern. Immer mehr Angler greifen zu 12 und 20 Zentimetern langen Gummifischen. Köder aus Weichplastik haben den Vorteil, dass der Huchen nach einem Fehlbiss nochmal zupackt, weil ihn das weiche Material nicht misstrauisch macht. Das ist ein großer Vorteil, immerhin lässt ein Huchenbiss oft 1.000 Würfe (oder noch länger!) auf sich warten. Aber auch mit größeren Schwimmwobblern oder Flachläufern im Äschen- oder Forellendesign ist man gut beraten.

Vielleicht nicht der beste Köder, aber der am häufigsten verwendete, ist der Blinker. Hecht-Modelle wie Effzett und Heintz haben schon viele Huchen überlistet, andere Löffel zwischen 10 und 15 Zentimeter erzielen ähnliche Wirkung. Der Köder muss nur so schwer sein, dass er auch bei reißendem Wasser dichter am Grund läuft. Die Farbe Silber ist am beliebtesten, Gold fängt auch.

Köderbox für das Huchenangeln

Bild: D. Henkes

Beim Dekor der Köder macht es Sinn, sich an den Futterfischen des Huchen, Äschen und Forellen, zu orientieren.

Mit Köderfisch auf den Donaulachs

Besonders effektiv ist das Angeln mit einem Naturköder, dem Fisch am System. Der Köder, am besten eine tote Forelle oder Äsche, sollte 15 bis 25 Zentimeter lang und mit zwei Drillingen versehen sein. Er wirkt natürlicher als die Kunstköder und lässt sich sehr langsam führen, sodass man die Gumpen Meter für Meter abklopfen kann. Geeignet für die Köderbefestigung ist beispielsweise das Drachkovitch-System.

Einen Huchen zu haken, ist das eine. Noch schwieriger ist es manchmal, ihn zu drillen und zu landen. Ein großer Huchen ist bullenstark. Nach dem Anhieb stürmt er, von der oft starken Strömung angeschoben, meist den Fluss hinab, dass die Rollenbremse nur so jault. Irgendwann bleibt er dann stehen. Mal, um sich an der Oberfläche zu wälzen, mal, um wie ein Baumstamm in der Tiefe zu bleiben. Die Ausrüstung ist deshalb das A und O.

Das richtige Gerät fürs Huchenangeln

Die Spinnrute sollte um die drei Meter lang sein, braucht ein Wurfgewicht zwischen 80 und 150 Gramm und ein sehr kräftiges Rückgrat. Große Ringe haben den Vorteil, dass sie nicht so schnell vereisen. Wenn doch, hilft das Betupfen mit Glyzerin. Die Rolle sollte 200 bis 300 Meter 40er monofile Schnur oder 30er Geflecht fassen. Sind Großhuchen zu erwarten, ist die Strömung stark und das Wasser reich an Hindernissen, darf die Schnur sogar noch etwas stärker sein. Bei günstigen Bedingungen und vom Boot aus reicht eine 35er Monofile, zumal dicke Schüre den Nachteil haben, dass sie schneller vereisen.

Manchmal passiert es, dass der Huchen den Drilling in seinem glasharten Maul zerquetscht. Deshalb solltest du nur stabile Qualitätsdrillinge verwenden. Geschliffene Hakenspitzen und ein harter Anhieb sind die Voraussetzung, um den Haken in das Huchenmaul zu treiben.

Das Spinnfischen auf Huchen ist eine echte Herausforderung – aber mit den richtigen Tipps und etwas Ausdauer könnt auch ihr ein kapitales Exemplar fangen!

Bild: M. Schmidt / V. Ivanovic

Das Spinnfischen auf Huchen ist eine echte Herausforderung – aber mit den richtigen Tipps und etwas Ausdauer könnt auch ihr ein kapitales Exemplar fangen!

Der Huchen: Eine bedrohte Fischart

Der Huchen steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und wird als stark gefährdet eingestuft. Problematisch sind besonders Uferbegradigungen und Wasserverschmutzung. Zudem Wehre ohne Fischtreppen, die dem Donausalm den Weg zu seinen Laichplätzen versperren. Durch Renaturierungen und den Schutz ausgemachter Laichplätze kann dem Trend entgegengewirkt werden.

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