April: Die Aale werden wild!

Auf Aale im April zu angeln, ist bestimmt nicht Standard. Aber Fakt ist auch, dass der April für echte Aalspezialisten mit zu den besten Monaten gehört. Ab einer Wassertemperatur von 8°C kann’s losgehen mit der Aale-Angelei.

Bild: aw

Dieser Aal hatte auf einer durch ein Frühjahrshochwasser überfluteten Wiese gebissen, auf der er nach Würmern gesucht hatte.

Wie die Angelei auf April-Aale funktioniert, erfahrt Ihr hier!

Kleine Gewässer, dicke Aale – auch im April!

Bild: Thomas Pruß

Noch nicht ganz so dick, aber der Graben hat Potential. Dieser Aal saß in der Dunkelheit des Durchlasses unter dem Plattenweg.

Wer es auf April-Aale abgesehen hat, der sollte sich nach kleinen und flachen Gewässern umsehen: Vereinsteiche, selbstverständlich, aber auch schmale Kanäle oder Abzugsgräben, in Norddeutschland Sielzüge, Wettern oder Tiefs genannt. Bei diesen Gräben ist es aber ganz wichtig, dass sie ohne Schöpfwerk auskommen. Denn die Pumpen verhindern oft, dass Aale in die Gräben einwandern können. In kleinen Teichen oder Seen sind Schilf- und Gelegezonen die Plätze, an denen unsere Köder hin müssen.

Aale im April vor den Füßen!

Bild: ks

Ein idealer Angelplatz für Frühlingsaale: der schmale Schilfsaum eines kleinen Weihers, vor dem mit einbrechender Dunkelheit die Aale auf Nahrungssuche gehen.

Es gibt Regeln beim Angeln, die sich immer wieder bewahrheiten. Zum Beispiel, dass man im Frühjahr möglichst ufernah und flach auf Aale angeln sollte. Die Erklärung ist ganz einfach und gilt auch für viele andere Angelarten: Im Frühjahr erwärmt sich das Wasser im flachen Uferbereich eben am schnellsten. Das heißt, dass dort nicht nur die Pflanzen als erstes zu wachsen beginnen, sondern auch die Kleintiere als erstes munter werden. Logisch, dass sich dann auch die Aale dort aufhalten.

Aber: Sie begeben sich meist nur im Schutz der Dunkelheit oder in trübem Wasser dorthin. Da sie dann sozusagen vor den Füßen fressen, versteht es sich von selbst, das man sich möglichst ruhig verhalten muss und nicht am Angelplatz herumtrampeln sollte. Am besten, man legt die Ruten zu den Seiten aus, weil es sich ja nie vermeiden lässt, dass man sich auch mal bewegt. Und wenn die Köder 20 m rechts und links am Ufer liegen, stört auch der eine oder andere etwas stärkere Tritt auf den Boden nicht so sehr.

Aale im Rogenrausch

Bild: aw

Laichende Brassen: An Plätzen an denen die Weißfische laichen, holen sich auch die Aale ihren Anteil – und wir uns unseren Anteil an Aalen!

Gegen Ende April beginnt die Laichzeit der Weißfische. Den Anfang machen die Brassen, denen wenig später Rotaugen und andere Weißfische folgen. Damit beginnt auch die Schlemmerzeit für die Aale. Die Schleicher findet man jetzt dort, wo das Wasser förmlich kocht, wenn die Brassen wie wild durch die Wasserpflanzen stürmen und, sich gegenseitig rammend, aus dem Wasser katapultieren. Hier muss man jetzt unbedingt angeln, denn die Aale sind ganz heiß auf den Laich der Fische! Sie knabbern die Eier von den Pflanzenstängeln, aber sie nehmen natürlich auch alles andere Fressbare noch mit. Das alles geschieht in unmittelbarer Ufernähe im kaum knietiefen Wasser.

Aber während die Brassen, „blind vor Liebe“ kaum oder gar nicht mitbekommen, dass da ein Angler am Ufer steht, sind die Aale vorsichtiger: Auch im „Rogenrausch“ bekommen sie den Trittschall noch mit, wenn man sich unvorsichtig dem Treiben nähert. Daher sollte man die Laichplätze der Brassen aus einiger Entfernung anwerfen.

Am besten, man nutzt die Laichpausen der Brassen zum Angeln, dann hat man nicht so viele Schnurschwimmer. Um die noch weiter zu minimieren, sollte man den Köder mit einer Grundmontage anbieten und darauf achten, dass die Schnur möglichst steil ins Wasser taucht, so dass sich so wenig wie möglich von ihr unter Wasser befindet.

Waggel Dir‘n Aal im April!

Bild: aw

Ein kleines Knicklicht an der Antenne des Wagglers macht Bisse in der Dunkelheit sichtbar.

Zum Aalangeln benötigt man leichte Grundruten mit Wurfgewichten bis höchstens 60 g, weil man ja weder weit werfen noch mit schweren Bleien angeln muss. Außerdem kann man an solchen Ruten auch mit der Pose angeln. Als Hauptschnur reicht eine 0,30er Mono, als Vorfach eine 0,28er voll aus. Zum Posenangeln ideal ist natürlich der Waggler. Kaum eine andere Pose zeigt Bisse so sensibel an, und das ist beim Aalangeln im April auch dringend notwendig. Denn je nach Wassertemperatur sind die Schleicher zwar wach, aber so richtig auf Touren kommen sie erst später. Entsprechend zaghaft sind die Bisse.

Maalzeit! Es muss nicht immer Tauwurm sein …

Bild: Rolf Schwarzer

Tauwurm: Aalköder Nr. 1

Der Tauwurm ist mit Sicherheit der beliebteste Aalköder. Doch es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Häppchen, die manchmal sogar besser fangen als die Krabbler aus der kleinen Styroporbox.

Maden

Maden sind eher ein Notköder beim Aalangeln. Die Schleicher stößt der den Larven anhaftende Ammoniakgeruch ab Foto: Stefan Berger

Vor allem im Frühjahr sind kleine Köder häufig fängiger als ein dicker Tauwurm, denn auch die natürlichen Nährtierchen sind momentan noch klein. Darum kann jetzt ein kleines Madenbündel am 10er Haken eine gute Wahl, wenn es gezielt auf Aale im April gehen soll. Das große ABER: Die Maden müssen superfrisch und sauber sein und dürfen nicht nach Ammoniak riechen, das aus ihren Ausscheidungen entsteht. Daher gilt: gut waschen und in reichlich feinem Sägemehl trockenlaufen lassen!

Tebo-Raupen

Bild: aw

Tebo-Raupen können bei 6 bis 10° C einen guten Monat gehältert werden.

Die bis zu 4 cm langen Tebo-Raupen stehen nicht nur bei Forellen, sondern auch bei Aalen hoch im Kurs. Der Duft der orange-roten Larven nach Eukalyptus scheint genau den Geschmack der Schlängler zu treffen. Tebo-Raupen bekommt man im Internet als Ergänzingsfutter für Amphibien, Reptilien und Vögel.

Wollhandkrabben

Bild: aw

Kleine Wollhandkrabbe: Wenn die frisch gehäutet angeboten wird, ist sie ein absolut fängiger Aalköder!                                                                                    Foto: André Pawlitzki

Eigentlich sind Wollhandkrabben der Graus eines jeden Aalanglers, denn kein Köder ist vor ihnen sicher. Wer aber die Möglichkeit hat, frisch gehäutete und damit weiche Exemplare zu sammeln, kann damit aalmäßig richtig abräumen. Kleine Exemplare kann man ganz anbieten, größere zerteilt man und zieht kleine Stücke auf den Haken.

Shrimps

Bild: aw

Shrimps und andere Garnelenarten sind fantastische Köder – nicht nur für Aale.

Da Wollhandkrabben nur in den norddeutschen Flussystemen vorkommen und nicht jeder will sich auf die Suche nach Kamberkrebsen machen, die es in ganz Deutschland gibt. Einfacher ist da der Griff in die TK-Truhe des Supermarktes.Dort werden verschiedene Arten von Garnelen und Shrimps angeboten.atürlich schockt erst einmal der Preis von über 8 € für eine 450-g-Packung geschälter White-Tiger-Garnelen (Aldi Nord). Aber  diese Garnelenschwänze sind so groß, dass man sie ohne weiteres teilen kann. Was sinnvoll ist, denn im April stehen die Aale, wie gesagt, auf kleine Happen. Unbedingt ausprobieren – es lohnt sich!

Köderfisch

Bild: ks

Ein winziges Köderfischchen an der Wagglerpose: Gegen Ende April eine Super-Kombi!

Egal ob am Stück oder als Fetzen angeboten – der Köderfisch hat schon zahlreiche dicke Aale an den Haken gelockt. Wichtig ist nur, dass möglichst frische Fischchen und keine aufgetaute Tiefkühlware angeboten wird. Der Köfi findet seinen Einsatz allerdings eher zum Monatsende, wenn die Wassertemperaturen schon über 10° C liegen.

Leberkäse

Bild: aw

Ausnahmeköder Leberkäse: Aber wer nicht probiert, der nicht fängt!

Ein Aalköder, der so gar nicht ins Bild passen will, ist Leberkäse. Doch zahlreiche Fänge sprechen eine deutliche Sprache. Wagen Sie doch einfach mal den Selbstversuch – es könnte sich lohnen.

Pöddern auf Aal im April

Bild: Thomas Pruß

So ein Pödder macht die Aale richtig wild. Aber er funktioniert nur in strömenden Gewässern.

In Norddeutschland war früher das Pöddern die Methode der Wahl, um im Frühjahr richtig viele Aale zu fangen. Diesen Brauch, bzw. diese Methode beherrschen heutzutage nicht mehr viele Angler. Dabei wird ein Klumpen auf Zwirn aufgezogener Tauwürmer – der Pödder – mit einer stabilen Stange im Uferbereich bzw. vom Boot angeboten. Aale verbeißen sich im Pödder, bleiben auch mit ihren feinen Zähnchen im Garn hängen und können mit viel Gefühl über ein im Wasser liegendes Pöddernetz (großer Kescher) geführt und dort abgeschüttelt werden.

Ganz wichtig: Pöddern funktioniert nur wirklich gut in Gewässern mit Strömung, in dnene die überwältigende Duftwolke des Pödders mit der Strömung verteilt wird und so die Aale aus größerer Entfernung anlockt.

Der Vorteil dieser Methode: Es wird ohne Haken geangelt, sodass man untermaßige Aale nach dem Pöödern unbeschadet zurücksetzen kann.

Nachteil der Methode: Dicke Aale bekommt man eher schlecht, weil die unter ihrem eigenen Gewicht leicht abfallen. Wer es aber auch Räucher- oder Brataal abgesehen hat („3 auf 1 Pfund!“), für den ist pöddern genau das richtige!

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